Imiglykos am Bahnhof

Orte der Trauer?
Wohl eher
Sphären des Schmerzes
Transzendente Momente
Reale Traumwelten
Helfer, die Illusion zu wahren
Du bist ja noch da
Ich kann Dich nur nicht anrufen
Du begleitest mich
Ich werde Dich nur nie wieder in meine Arme schließen

Du existierst ja noch
in unserer Zwischenwelt
Habe immer schon dort gewohnt
und gehofft, Du würdest warten

Wenn ich Dich imitiere, höre ich Dich lächeln
Wenn ich ich selbst bin, spüre ich Deinen Stolz
Manchmal sendest Du mir einen Song
Ein Gedicht
Eine Notiz
Einen Menschen
Oder einen Wein in der Getränkekarte eines Restaurants
Nur eine Station von Dir entfernt
Doch weit genug, um zu verweilen
„Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben“
Mag sein, doch wie sollen wir gehen
Wenn wir zurückblieben
Als Du schon gegangen warst?

Ewiges Warten auf Deine Rückkehr
Wir werden da sein
Es gibt so viel zu erzählen
Und wir könnten uns Filme ansehen
In unserem Lieblingskino

Alles sollte anders sein
Was wir nicht getan haben, ist unverzeihlich
Im Trauerprozess sind wir die Angeklagten
Und alle sind schuld

Danke, dass ich Deine Seiten an mir freisprechen werde
Eines Tages
Danke für die Indizien
Und dass ich noch ein Leben brauchen werde,
Um unseren Fall zu lösen
Danke für Deine Reue
Vielleicht gibt es Wunderkerzen
In ewiger Untersuchungshaft

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